Sanfte, aber bestimmte Entwicklung

Am Zukunftstag der Seelsorgeeinheit St.Gallen West - Gaiserwald vom 2. April 2016 sprachen sich die vierzig Teilnehmenden für den Weiterbestand der Pfarreien sowie für die Stärkung und Entwicklung der Seelsorgeeinheit aus.

Der von 40 Teilnehmenden besuchte Zukunftstag startete mit einer Standortbestimmung, danach wurden verschiedene Zukunftsszenarien bearbeitet. Vier davon hatte das Pastoralteam vorbereitet, im Laufe des Tages wurde durch Teilnehmende dann noch ein fünftes Szenario eingebracht. Frei wechselnde Kleingruppen diskutierten eingehend mögliche Auswirkungen und die Realisierbarkeit jedes Szenarios sowohl für die Pfarreien als auch für die Seelsorgeeinheit. Die Teilnehmenden entschieden sich in der Konsultativabstimmung mit Klebepunkten schliesslich nicht für ein bestimmtes Szenario, sondern wählten einzelne Elemente aus mehreren Szenarien. Die Seelsorgeeinheit, die bereits mehrere Jahre besteht, wird dabei nicht bestritten. Vielmehr soll sie gestärkt und entwickelt werden. Namentlich soll das Pastoralteam näher zusammenarbeiten und die Koordination und Organisation sollen verstärkt werden. Weiterhin wird die Nähe der Pfarreien und ihrer Mitarbeitenden zu den Menschen als entscheidend wahrgenommen. Eine Verstärkung der Arbeit in einem Ressortsystem mit thematischen Zuständigkeiten über die ganze Seelsorgeeinheit dürfe nicht auf Kosten der Aufgaben als spürbare Ansprechpersonen vor Ort geschehen. Damit wurde gleichzeitig betont, dass die einzelnen Pfarreien bestehen bleiben sollen - eine Fusion solle erst mittel- oder langfristig ein Thema sein.

Gruppenbild

Angesichts des bevorstehenden Personalengpasses in den Pfarreien wurden aber verschiedene Massnahmen und Schritte vorgeschlagen. Dort wo es thematisch Sinn mache, könnten zukünftig auch ohne Ressortsystem einzelne Aufgaben verstärkt von einer Person für die ganze Seelsorgeeinheit betreut werden, beispielsweise in der Jugendarbeit. Zudem sollen Freiwillige noch stärker gefördert, ermächtigt und begleitet werden als bisher. "Theologie von unten" und das gemeinsame verantwortliche Mittragen des geistlichen Lebens sollen damit gestärkt werden. In diesem Zusammenhang wurde auch die Idee positiv bewertet, dass geeignete Pfarreimitglieder mit Teilpensen für bestimmte Aufgaben beauftragt werden könnten. Schliesslich sahen die Teilnehmenden ein grosses Entwicklungspotential im ökumenischen Zusammenwirken sowohl auf der Ebene der Pfarreien als auch auf derjenigen der Seelsorgeeinheit. Zeitgemässe ökumenische Strukturen und neue Gottesdienstformen sollen ein Abbild der gelebten Realität in Familien und Schule werden.

Bei einer ersten Sichtung der Ergebnisse zeigte sich das Pastoralteam erfreut über die offenen und engagierten Diskussionen. Auf Grund der Beteiligung dürfe von den Resultaten als einer fundierten Basismeinung gesprochen werden. Es diskutierte auch einige Folgerungen. Dem künftigen Personalmangel soll tatsächlich durch stärkeren Einsatz von Freiwilligen und von Beauftragten begegnet werden. Diese werden aber mehr als Lückenfüller, nämlich teilverantwortliche Mitgestaltende der Pfarreiarbeit sein. Diese Entwicklung muss in der ganzen Seelsorgeeinheit sorgfältig und in langfristiger Sicht angegangen werden. Denn es geht um neue Haltungen, die nur allmählich wachsen. Erste Schritte können aber bereits jetzt sein, dass bei künftigen Anstellungen ins Pastoralteam die Rollen anders definiert und das Pensum anders gestaltet werden. Denn die zukünftigen Hauptamtlichen brauchen eine neue Haltung und mehr Kapazität, um Freiwillige und allfällige Beauftragte zu ermächtigen, zu begleiten und zu vernetzen - ähnlich einer Präsesfunktion in der Jugendarbeit. Mittelfristig sollen diese Haltung und diese Arbeitsbereiche in jedem Vertrag und jedem Stellenbeschrieb im Pastoralteam verankert sein.

Internetseite

Mit dem Personalamt des Bistums zusammen sollen Möglichkeiten, Rahmen und Voraussetzungen für Beauftragungen von Laien geprüft werden.

Es soll auch zukünftig im Pfarreiforum und in den Pfarreinachrichten regelmässig über die Entwicklungsschritte in der Seelsorgeeinheit informiert werden.